Krank durch zuviel Eiweiß und Säure im Körper


Eiweiß ist durch nichts anderes zu ersetzen, wenn der tagtägliche Zellerneuerungsprozess einwandfrei funktionieren soll. Eiweiß findet sich vorwiegend in Milchprodukten, Eiern, Sojaerzeugnissen, Nüssen, Hülsenfrüchten, Hefe, Fleisch und Fisch, in kleinen Mengen auch in Kartoffeln und in Getreide.

eiweißhaltige Lebensmittel

Welches Eiweiß ist am verträglichsten?

Es ist das wenig belastende, gesäuerte Milcheiweiß, da es sich um bereits vorverdautes Eiweiß handelt: Buttermilch, Kefir, Quark, Dickmilch, Joghurt (+).

Tierische Eiweiße werden generell zwar schnell im Dünndarm resorbiert, da sie zu hoher Enzymausschüttung und Salzsäureproduktion anregen, aber ihr Ein- und Umbau in die Körperzelle ist relativ schlecht.

 Nach den mikroskopisch belegten Erkenntnissen des Eiweißforschers Prof. Wendt wird das Eiweiß von Schweinefleisch z.B. nicht in die Zelle aufgenommen, sondern im Zwischenzellgewebe des Körpers eingelagert. Im Darm werden nämlich die Proteine nicht, wie man früher annahm, in einzelne Aminosäuren zerlegt, sondern dringen als großmolekulare Polypeptide ins Blut; deshalb kann der menschliche Körper die artspezifischen Eiweiße vom Schwein, aber auch vom Rind und anderer Tiere nicht in den eigenen Stoffwechsel einbeziehen und muss sie ablagern: im genannten Zwischenzellgewebe, an den Wänden der Blutgefäße, in den Gelenken, im Bindegewebe und in den Lymphdrüsen. Entsprechend sind die Ursachen für Arterienverschlüsse (was auch ein Übersäuerungsproblem sein kann), Folge: Leistungsschwäche des Gehirns, Funktionsstörungen der Organe, Rheuma, Fibromyalgie Syndrom, Osteoporose und Allergien.

Myome bei Frauen mittleren Alters sind häufig Ausdruck von Übereiweißung und Eiweißeinlagerungen zwischen den Muskelzellen der Gebärmutterwand und können durch eine Ausleitungstherapie, dem Medikament Mucokehl  (Fa. Sanum) und Nosode Myom (Fa. Staufen) erfolgreich behandelt werden.

Symptome bei Untereiweißung: bei Alkoholismus, Kupfer-Eisen-Stoffwechselkrankheiten, Ernährungsfehler, zu langes Fasten u.a.

Im Blut bewirkt die Übereiweißung eine verminderte Sauerstoffaufnahmefähigkeit:
Die Erythrozyten im Blut haben eine positive Oberflächenladung, dadurch stoßen sie sich gegenseitig  ab und verbinden sich nicht, was  zur Verklumpung führen würde. So kann jedes Blutkörperchen seine ganze Funktionsoberfläche nutzen. Befinden sich jetzt großmolekulare Eiweiße im Blut, und diese Eiweiße haben eine negative Ladung, verbinden sie sich mit den positiv geladenen Erythrozyten. Unter dem Mikroskop sieht man dann eine weiße Kette um jedes rote Blutkörperchen, was zu einer geringeren Sauerstoffaufnahmefähigkeit führt. Wird spätestens jetzt nicht auf eine Ernährungsumstellung geachtet, formieren sich die Erythrozyten zu dem, was man Geldrollen nennt, vermischen sich miteinander und  verkleben.

Folgen sind neben der erniedrigten Sauerstoffaufnahme Thrombosen, Mikroembolien und Durchblutungsstörungen.

Erhalten die Gewebszellen nicht genügend Sauerstoff, schalten sie auf anaeroben Stoffwechsel um, d.h., sie versuchen über einen Mechanismus, bei dem linksdrehende Milchsäure entsteht, ihre Energiegewinnung zu erreichen. In der Folge stellt sich aber Gärung in der Zelle ein (durch Glykolyse) und das ist auch ihr Untergang. Bei der verminderten Zellatmung, durch die verminderte Sauerstofftransportfähigkeit der Erythrozyten, finden wir zudem Erkrankungen in den Herzkranzgefäßen, Durchblutungsstörungen und hohen Blutdruck. Bei der Hypertonie versucht der Körper bei einer Übereiweißung die Zirkulation durch Drucksteigerung zu verbessern !

Der Körper, dem genetisch das Programm „Überleben“ eingegeben ist, zeigt bei einem mit Eiweiß überlasteten Blut noch eine andere Strategie, um sich von der Last zu befreien, nämlich Entzündungserscheinungen. Bei den entstandenen Entzündungen finden wir z.B. die Zungenentzündung, Zahnfleischentzündung, generell Schleimhautentzündung, Rheumaschübe (auch durch Herde im Körper), Gelenkentzündungen, Gicht und alle auf „-itis“ endenden Krankheitsbilder.

Zu den chronischen Eiweißspeichererkrankheiten, besonders wenn noch andere Ernährungsfehler wie Zuckerkonsum vorhanden sind, zählen wir den Zahnfleischschwund (auch durch Darmpilze), Herz-Kreislauf-Schäden, Arteriosklerose und Knochenschwund.

Ein kleiner 5-jähriger Junge hatte ein total gelockertes Milchgebiss, er aß nur Fruchtjoghurt und nahm als Getränk ausschließlich Milch. Ein 18-jähriger Patient mit gelockertem Gebiss aß nur tierische Produkte.

Aminosäuren und kleinmolekulare Proteine haben, wie wir sagten, eine negative Ladung, und jedes Element mit einer negativen Ladung hat die Tendenz, sich an ein Element mit positiver Ladung zu binden. Mineralstoffe wie Magnesium und Calcium sind Kationen, somit positiv geladen.
Was passiert?
Eiweiß und Mineralstoffe verbinden sich zu Eiweiß-Mineralstoff-Komplexen mit sehr hoher Einlagerungstendenz ins Zwischenzellgewebe und Bindegewebe. Dies führt im Körper zu Mangel an verfügbaren Mineralien und was das Calcium betrifft, zu Calciumkomplex-Einlagerungen.

So zeigt der langjährig übereiweißte Patient einerseits Mineralstoffmängel an Knochen und Knorpel, andererseits Kalkablagerungen in den Weichteilen. Die Haut eines solchen Patienten wirkt verdickt, teigig, großporig, ist sehr sonnenempfindlich bis sonnenallergisch, die Gesichtshaut erscheint sehr trocken, manchmal fleckig, zeigt eine Neigung zu Pigmentflecken und Hauttumoren.

Wenn das Zwischenzellgewebe verschlackt ist, fehlt eine ganz wichtige Voraussetzung für eine gute Regulation und Reaktionsfähigkeit der Gewebe, da alle feinstofflichen Informationen, aber auch der zelluläre Stoffaustausch über die feinsten Räume des Interstitiums erfolgt.

Wie funktioniert der Eiweißstoffwechsel, der normale Eiweißabbau und wieviel tierisches Eiweiß braucht der Mensch täglich?

Der Einbau von Eiweiß in die Zelle und die Umstrukturierung in Enzyme und Aminosäuren etc. machen täglich ca. 40 g aus, das ist genau das, was eine gesunde Leber an Verstoffwechselungskapazität aufweist.

Die durchschnittliche Eiweißzufuhr in Deutschland beträgt statistisch 100 - 130 g. Überschüssiges Eiweiß muss ausgeschieden werden, weil es nicht für die Zellen verarbeitet werden kann, es muss abgebaut oder eingelagert werden.

Der physiologische Abbau von Eiweiß geschieht über die Purinsynthese: Proteine werden zu Aminosäuren abgebaut, zu Purinen umgebaut und als Harnsäure ausgeschieden. Dieser Abbaumechanismus ist sehr säurelastig.  Die Löslichkeit von Harnsäure ist allerdings sehr gering und deshalb muss viel getrunken werden - mindestens 2 Liter täglich - sonst bilden sich Harnsäurekristalle im Gewebe. Diese scharfkantigen Kristalle sind wie Fremdkörper im Gewebe, durch Scheuerwirkung können sie chronisch auf die Gelenke einwirken und gelegentlich einen akuten Gichtanfall auslösen.

Wo müssen die überschüssigen, aus dem Interstitium ausgeschwemmten Eiweiße, verarbeitet werden? Auch in der Leber! So wird sie auf Dauer überlastet und es bildet sich ein Toxinrückstau. Diese Toxine können mit ihrer Oxidationstendenz als freie Radikale im Körper wirken, die Zellmembranen angreifen und krebserregenden Charakter annehmen.

Wie sieht die Therapie bei einem übereiweißten Patienten aus?

Eine solche Therapie, die gleichzeitig von einer Entsäuerungstherapie begleitet werden sollte, beugt degenerativen und malignen Krankheiten vor, denn erinnern wir uns, dass das Abbauprodukt von Eiweiß Harnsäure ist.

Eine Weile „Fasten“ ist gut, aber nicht „Hungern“, denn beim Hungern reduzieren sich die Stoffwechselvorgänge, was der beim Patienten bestehenden Ausscheidungsabsicht entgegensteht. Der Körper braucht noch Nahrungsmittel wie Gemüse, Kartoffeln, Früchte, die die Enzymtätigkeit und die Stoffwechselfunktionen aufrecht erhalten. Die Nieren sollten mit Berberis oder Solidago unterstützt werden.

Eine Nulldiät ist deshalb nicht angezeigt, weil beim Hungern Eiweiß in Zucker, also in Glukose umgebaut wird. Das Blut wird mit Glukose überlastet, worauf die Bauchspeicheldrüse mit vermehrter Insulinbildung reagieren muss und die Leber mit Glykogenbildung. Beide Organe können dadurch überlastet und geschwächt werden. Sich mal 6-8 Wochen total eiweißfrei zu ernähren, bringt schon große Hilfe, unterstützt werden sollte die Therapie mit den bekannten Antioxidantien wie Vitamin A, E, C, dazu Selen, Nachtkerzenöl. Regelmäßige Aderlässe während der Diät öffnen den Transportweg, sodass die Schlacken schneller abfließen können.

Wie erfolgt der Abbau und Einbau von pflanzlichem Eiweiß?

Die pflanzlichen Eiweiße werden nicht erst in der Leber, sondern schon im Dünndarm zu Aminosäuren abgebaut und in den Körper hinein resorbiert, wo sie von den Körperzellen leicht eingebaut werden. Viele Sportler bevorzugen inzwischen überwiegend pflanzliche Kost, weil sie spüren, dass dann ihre Kondition besser ist. Dies liegt daran, dass bei viel Pflanzenkost die Zellatmung verbessert wird.

Was sollte ein Vegetarier wissen und beachten?

Die verschiedenen menschlichen Eiweißmoleküle sind aus 20 - 22 verschiedenen Aminosäuren aufgebaut, das ist das normale und notwendige Aminosäurespektrum eines jeden Menschen.

Das pflanzliche Eiweiß hat gegenüber dem menschlichen Eiweiß kein komplettes Aminosäurespektrum. Den verschiedenen Pflanzeneiweißen fehlt immer im Vergleich zum menschlichen Eiweiß die eine oder andere, oder sogar mehrere Aminosäuren. Die menschliche Zelle kann aber nur dann ein Eiweißmolekül aufbauen, wenn sie zum Zeitpunkt des Aufbaus alle nötigen Aminosäuren besitzt, die das menschliche Eiweißmolekül zur Bildung braucht. Wenn auch nur eine Aminosäure in der Nahrung fehlt, kann der Aufbau nicht stattfinden und das ganze restliche Aminosäuregemisch ist unbrauchbar.

Nun gibt es Kombinationen verschiedener Pflanzen, die sich in ihrem Aminosäurengehalt ergänzen, sodass die menschliche Zelle doch noch Eiweiß aufbauen kann. Andere Pflanzenkombinationen ergänzen sich wieder gar nicht; ihr Eiweiß wird nur zur Energiegewinnung beim Prozess der Verbrennung genutzt, aber wie gesagt, nicht zum Eiweißaufbau.

Gute Eiweißkombinationen sind z.B. alle Hülsenfrüchte mit Weizen oder Roggen (Bratlinge) oder Weizenkeime und Roggenkeime; Weizen mit Erdnüssen;  Hafer und Erdnüsse; Mais mit Reiskleie, Hefe oder Soja; Kartoffeln und Eier.

Bei einer Eiweißabbaudiät sind natürlich solche Kombinationen zu vermeiden. In diesem Fall muß man Kombinationen wählen, bei denen sich das Gesamt-Aminosäurespektrum nicht ergänzt. Z.B.: Hülsenfrüchte mit Kartoffeln, Mais mit Kartoffeln, Brot mit Gemüse oder Getreide mit Soja und Kartoffeln. Blumenkohl und Broccoli besitzen nur die Hälfte der erforderlichen Aminosäuren, isst man sie allein, sind sie natürlich unbrauchbar für den Eiweißaufbau, aber optimal für die Eiweißabbaudiät.

Milch - unentbehrlich und rundum gesund?

Milch - gesund oder ungesund?Milch hat einen hohen Phosphatanteil, der das viel gepriesene Calcium in der Milch im Darm bindet. Es entsteht Calciumphosphat. Da mehr Phosphat als Calcium in der Milch vorhanden ist, bleibt ein Überschuss an Phosphat, der ungesund ist und sogar zu psychischen und allergischen Störungen bei Kindern führen kann. Im gesunden Darm und bei Anwesenheit der natürlichen Enzyme und Vitamine in der Rohmilch wird Calcium wieder aus seiner Phosphatverbindung gelöst und ins Blut aufgenommen. (Leider ist Rohmilch wegen der häufigen Belastung der Ställe mit Kolibakterien für Immunschwache/Kleinkinder problematisch.) Bei der denaturierten Milch ist dieser Vorgang nicht so leicht möglich.

Gleichzeitig wird das Dünndarmmilieu durch Milch zu alkalisch, was die Aufnahmefähigkeit von anderen Calciumträgern verringert.
So entsteht trotz des hohen Calciumanteils in der Milch bei Milchtrinkern ein Calciummangel im Körper.
Säureverarmung im Dünndarm führt zu Überlastung der Bauchspeicheldrüse und anderer Darmdrüsen, was wiederum Störungen des Darms und des Immunsystems verursacht. Dadurch erhöht sich die Neigung zu Allergien und anderen chronischen Krankheiten.

Der Natriumüberschuss in der Milch kann sogar zu Hypertonie führen. Kinder, die mit Kuhmilch ernährt wurden, entwickeln gerne eine Aufnahmestörung für Eisen => Anämie (Phosphat verdrängt Eisen) und zeigen Vitaminmangelerscheinungen.

Immerhin enthält die Kuhmilch 5 x mehr Phosphat, 3 x mehr Calcium und 3 x mehr Natrium als die Muttermilch, das erklärt die Problematik besonders beim Neugeborenen. Als Muttermilchersatz ist (die leider sehr teure) Stutenmilch der Kuhmilch weit überlegen, da sie in ihrer Zusammensetzung der Muttermilch am ähnlichsten ist: wenig Fett (1,3 g pro 100g), wenig Eiweiß (2,2 g pro 100 g), der Phosphorgehalt liegt weit unter dem Calciumgehalt, und u.a. enthält sie das abwehrstärkende Immunglobulin IgA.

Säure im Körper - Macht sauer lustig?

Über den sauren Regen wird sehr viel geschrieben und geredet, über den sauren Menschen schon sehr viel weniger, und dass sauer lustig macht, ist auch nicht klar erwiesen.

Aber schauen wir mal hin, wie Energie im Körper überhaupt entsteht. Energie wird in lebenden Organismen, genauso wie im Anorganischen, durch Verbrennung von Kohlenstoff gewonnen und wird portionsweise von den 50-100 Billionen Zellen im menschlichen Körper zu verschiedenen Stoffwechselleistungen herangezogen. Durch die Verbrennung entsteht auch Kohlensäure, von der nicht zuviel vorhanden sein darf, sonst wird die Zelle zu sauer und das wäre ihr Untergang.

Da aber ständig aufgenommene Nahrung verbrannt wird und laufend Kohlensäure frei wird (mit jedem Atemzug nehmen wir ja auch den für die Verbrennung notwendigen Sauerstoff auf - siehe weiter unten im Text), hat der Körper, bzw. die Evolution, Regulationsmechanismen kreiert:

Und zwar neutralisieren unmittelbar bei der Kohlensäureentstehung zwei Mineralien die frisch entstandenen Säuren zu einem unschädlichen Salz: Kalium und Natrium. Die Salze werden ausschließlich über die Blutbahn zu den Nieren geleitet und ausgeschieden.

Bei Kaliummangel wandern H3O+-Ionen und Natrium in die Zelle, wo sie das fehlende Kalium ersetzen. Außerhalb der Zelle bedeutet dies eine Alkalose, innerhalb der Zelle eine Azidose, was einem Zelluntergang gleichkommt.

Die große Problematik besteht darin, dass einerseits ständig Säuren entstehen, andererseits ständig Mineralien (die Basen darstellen) verbraucht werden. Deshalb muss man immer darauf achten, die verbrauchten Mineralien stets zu ersetzen, dazu gehören auch Selen, Zink Magnesium, Mangan und Chrom.

Nach der Biologin Furtmayr-Schuh kommen übrigens in unserer heutigen industrialisierten Ernährung 3 Teile Natrium auf 1 Teil Kalium. Bei unseren steinzeitlichen Ahnen, deren Stoffwechselmechanismen wir erbten, galt das Verhältnis 16 Teile Kalium auf 1 Teil Natrium.

Über welche zusätzlichen Mechanismen verlässt die Kohlensäure den Körper noch?

Über die Atmung! Mit jedem Atemzug nehmen wir Sauerstoff auf und befreien gleichzeitig mit dem Ausatmen den Körper von der gefährlichen Kohlensäure in Form von Kohlendioxid CO2. Leben ist ohne diesen Mechanismus der Atmung undenkbar. Ein Stillstand der Atmung ist gleichbedeutend mit dem Stillstand des Lebens. Eine gute Atmung sollte unsere Hauptaufgabe sein, denn atmen wir schlecht, halten wir nicht nur das auszuatmende Kohlendioxid zurück, sondern bilden zusätzlich linksdrehende Milchsäure und Ketonsäuren. Bei der Verarbeitung von Eiweiß (+ Getreide) entstehen zudem Phosphor- und Schwefelsäure, die mittels Calcium, Kalium und Natrium zu neutralisieren wären. Es werden so also ständig Säuren produziert, die der Körper loswerden bzw. neutralisieren muss und dies tut er in erster Linie mittels der genannten Mineralverbindungen Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen. Sie neutralisieren die Säuren zu harmlosen Verbindungen.

Die Unterstützung durch Zufuhr der mineralischen Basenstoffe muss zu den Zeiten des Tages erfolgen, in denen der Magen-Darmtrakt gerade nicht mit der Verdauung beschäftigt ist. Physiologischerweise nimmt man ein Mineralgemisch entweder um ca. 10 Uhr vormittags ein, das ist nach der Organuhr die Bauchspeicheldrüsenzeit oder um 16 Uhr. Denn zu diesen beiden Zeiten finden die normalen, körpereigenen Basenschübe statt, und zwar schüttet die Bauchspeicheldrüse Bicarbonat aus. Gäbe man das Mineralgemisch zu einer anderen Zeit des Tages, könnte man den natürlichen Rhythmus im Körper stören.

Die zwei Basenschübe erklären auch die W-förmige Kurve bei der Urinmessung mit den pH-Teststreifen. Demnach beginnt die Kurve vormittags im leicht sauren Bereich von ca. pH 6,3 und wechselt dann 2 x am Tag (etwa 2 - 3 Stunden nach den Mahlzeiten: 10 Uhr und 16 Uhr) in den alkalischen Bereich von pH 7 bis 7,3 über. Bei einer ständigen Übersäuerung bleibt der Urin sauer, meistens zeigt er einen Wert von pH 4.9 bis 6,0. Das bedeutet, dass der Körper den ganzen Tag mit der Säureausscheidung beschäftigt, belastet ist. Und hier liegen sicher Ernährungsfehler vor, wie z.B. ein Zuviel an tierischem Eiweiß, Zucker, Alkohol, Nikotin ...

Ist das Milieu aber ständig sauer, kann z.B. Harnsäure als schwerlösliche Säure so gut wie nicht ausgeschieden werden, der Rhythmus der W-Kurve fehlt, was bedeutet, dass in einem ständig gleich bleibenden Säuremilieu Krankheitskeime gut gedeihen können. Die ständig wiederkehrenden Harnwegsinfektionen sind ein typisches Beispiel für diesen Zustand, ferner Genitalinfektionen und Genitalpilze und bei Männern eine unterschwellige, chronische Reizung der Prostata.

Im Gegensatz zu den überall im Organismus entstehenden Säuren kann der Körper nur eine einzige Base selber bilden, nämlich das Natriumbicarbonat. Die Belegzellen des Magens gewinnen diese Substanz durch Zerlegung von Kochsalz (in Salzsäure), die zur Eiweißverdauung in den Magen ausgeschieden wird und in Bicarbonat, das zum Bestandteil der basischen Verdauungssäfte wird und an die Bauchspeicheldrüse, Leber und Gallenblase zur weiteren Verwendung weitergeleitet wird.

Bei einer streng kochsalzarmen Diät, wie man sie früher den Hypertonikern verordnet hatte, wird dem Körper gerade der Stoff vorenthalten, der dem Organismus zu seiner einzigen selbst herstellbaren Base verhilft. Was muss die Folge sein ? Eine nicht in den Griff zu bekommende Übersäuerung ! Bei zuwenig Salzsäure im Magen (aufgrund von Kochsalzmangel) ergeben sich auch genügend Beschwerden. Um 1920 erschien von Josef Schmidt „Die Selbsthilfe“ bei allen möglichen Beschwerden. Sein Tipp: eine ganz bestimmte Kombination von Cognac, heißem Wasser und Salz. Diese Zusammenstellung soll vielen Menschen bei Unpässlichkeiten (Magen) geholfen haben.

5 g Kochsalz täglich wäre das normale Maß für ein gesundes Gleichgewicht. In Deutschland aber werden bis zu 15 g täglich verzehrt.
Manche Menschen leiden unter dem sog. Sodbrennen = zuviel Salzsäure, durch falsche Ernährung, Stress, chemische Medikamente, Zurückfließen von Säuren in die Speiseröhre etc. Die Patienten bekommen hierfür Antacida und H2-Rezeptor-Blocker, z.B. Cimetidin, Rennie ... Diese Mittel neutralisieren oder blockieren die Salzsäureproduktion, was für kurze Zeit sinnvoll ist, falls ein Magengeschwür oder eine Magen-Zwölffingerdarm-Schleimhautreizung vorhanden sein sollte. Nur man sollte die Nebenwirkungen kennen wie schlechte Aufnahme von Vitamin B12, Anhäufung von Aluminium und Calcium/Phosphor-Ungleichgewicht. Diese Behandlung ist rein symptomatisch mit dem Ziel, die natürlichen Verdauungsprozesse im Magen stillzulegen; es passiert nichts im Magen im Sinne einer Ausheilung und macht den Patienten nur abhängig von den Medikamenten. Man kann nicht die Salzsäureproduktion in den Belegzellen des Magens blockieren, ohne dass man nicht auch gleichzeitig die Bicarbonat-Produktion blockiert. (NaCl + H2O + CO2 => und <= HCl + NaHCO3).

Medikament zur Ausheilung von Gastritis, Ulcus und entzündlichen Darmerkrankungen: z.B. DGL plus (Inhaltsstoffe: Süßholz, Kochbanane, Samtpappelwurzel, rotgelber Rüster = Ulmus fulva), Opsonat (Pekana), Gastritoltr. (Klein) u.a. Diese Mittel stärken die Widerstandsfähigkeit der Schleimhautschicht, bauen entzündliche Prozesse ab und helfen der Schleimhaut beim Wiederaufbau.

Wie wir am Beispiel „Salzsäure für Eiweißverdauung“ sehen, sind Säuren auch lebensnotwenige Bestandteile unserer Gewebe und Organe, es kommt nur auf das richtige Verhältnis zueinander an. Auch die Kohlensäure, die durch die Verbrennung von Kohlenstoff entsteht, hat eine nützliche Seite, weil sie das Kreislauf- und Atmungszentrum aktiviert, hat also regulierenden Charakter. Nur leider stören wir in unserer Wohlstandsgesellschaft durch Fehlernährung unseren von der Natur gut eingespielten Säuren-Basen-Haushalt.

Zu den säurebildenden Nahrungsmitteln gehören der schwarze Tee, Kaffee, Süßigkeiten und das Zuviel an tierischen Produkten wie Fleisch, Eier, Käse, Fisch (Fisch 2 x wöchentlich hilft dem Gehirn zum Aufbau wichtiger Substanzen wie die Neurotransmitter, Cholin u.a.).

Deshalb muss eine Diät zum Abbau überschüssigen Eiweißes auch immer eine Entsäuerungsdiät sein. Da für eine regulierende Diät vegetarische Kost nicht ausreicht, um die freiwerdenden Säurestöße abzufangen und zu neutralisieren, sollte unterstützt werden, z.B. mit Entsäuerungssalz Dr. Bösser, Alkala, Bullrichsalz, durch Basenbäder mit Kaiser-Natron-Zugabe oder Bullrichsalz-Zugabe.

Wird nicht immer mal wieder, möglichst 2-3 x jährlich über ein paar Wochen eine vernünftige Ernährung unter Weglassen von ungünstigen säuernden Produkten (Alkohol, Süßigkeiten usw.) eingehalten, kann der Körper die Fähigkeit verlieren, die Säuren auf natürlichem Weg über Haut, Darm und Nieren zu neutralisieren und auszuscheiden.

Wohin werden sie dann gebracht und eingelagert ?
Ins Bindegewebe, teilweise auch in die Gelenke und Muskeln - im Blutbild nicht erkennbar !

So gleicht die Übersäuerung des Menschen dem Waldsterben. Nehmen wir als Beispiel die Fichten. Sie nehmen das Schwefeldioxid aus der Luft auf, deponieren es als Sulfat in ihrem „Bindegewebe“ und entziehen dabei ihren Nadeln und Zweigen Basenstoffe wie Calcium, Magnesium und Kalium, um die Säurebildner aus der Umwelt wie die Auto- und Industrieabgase zu neutralisieren und zu entsorgen. So stirbt der Wald langsam.

Werden dem menschlichen Körper nicht genügend Basen über die Nahrung oder ein sinnvolles Basengemisch zugeführt, z.B. Basica, entzieht der Organismus z.B. den Knochen ihr Calcium, nimmt also von uns gezwungen eine Knochenschwäche (Osteoporose) in Kauf, um mit den Säuren fertig zu werden. Wie wir sehen, hat die Osteoporose nicht unbedingt etwas mit den Wechseljahren zu tun, sondern resultiert aus einem Übersäuerungsproblem.

Die Frage, warum noch so viele Probleme bei einer Übersäuerung im Körper entstehen, ist relativ leicht beantwortet. Ein recht einfacher Vorgang ist dabei entscheidend: nämlich die Erstarrung der roten Blutkörperchen. Die Erythrozyten als Träger des Sauerstoffs müssen wegen der extrem geringen Durchmesser der Endstromkapillaren sehr flexibel und äußerst verformbar sein.

Im nichtsauren Milieu des Blutes, also bei einem pH-Wert von ca. 7,3 sind sie noch flexibel. Wird das Umfeld aber sauer, nimmt die Verformbarkeit stark ab, mit der Folge, dass die Erythrozyten durch die engen Durchlässe im Endstrombereich, der dem Zellstoffwechsel die benötigten Substanzen zuführt, nicht mehr hindurchgelangen können. Der für die Verbrennung von Schlacken in den Zellen unverzichtbare Sauerstoff bleibt aus und dies kann der Anfang einer Stoffwechselentartung sein. Die Versorgungsblockade der Gehirnzellen und des Herzmuskel ist besonders kritisch, denn beide Partner werden sehr stark beansprucht und sind deshalb extrem versorgungsabhängig.

Wir können also sagen, dass eine Übersäuerung den zellulären Stoffwechsel und damit die Energiegewinnung (Adenosindiphosphat zu Adenosintriphosphorsäure) blockiert. Lebenswichtige Stoffwechselprozesse können gestört werden durch die Zellverschlackung, damit behinderte Zellatmung ! So kann sich eine Zell- und Gewebsentartung durchsetzen.

Äußerlich können wir einem Menschen auch schon die beginnende Übersäuerung ansehen. Wichtige Hinweise gibt das Bindegewebe, in das Säuren abgelagert wurden, es wirkt teigig, ist druckempfindlich, und neigt zur Cellulitis. Die Haut ist spröde, rissig oder feucht, saurer Schweiß liegt vor. Die Gesichtsfarbe hat nicht den gesunden rosa Farbton, sonder ist blass oder rötlich, gelblich-grünlich oder fleckig-bräunlich. Es bestehen Juckreiz, Muskelverspannungen, Herzjagen. Die Haare sind glanzlos, matt, schuppig, fallen aus. Die Nägel werden rissig und brüchig. Die Zunge hat einen Belag, es entsteht Mundgeruch. Ebenso sichtbare Zeichen sind Müdigkeit und Schlafstörungen, Wetterfühligkeit als Ausdruck von Basenmangel, übermäßiges Schwitzen.

Diese Symptomatiken zählen noch zu den „latenten Acidosen“, denn die Übersäuerung erfolgt in drei verschiedenen Stadien.

Bei dem nächsten Stadium kommen wir in die „kompensatorische Acidose“ , der Körper macht mobil. Hier geschieht das, von dem wir meinen, wir müssten dies als Krankheit bekämpfen wie einen Feind, dabei handelt es sich dahinter blickend nur um Regulations- und Kompensationsversuche des Körpers: Es handelt sich um Ausscheidungskrisen !

Sämtliche Ausführungswege des Körpers einschließlich der Haut (mit Akne und Ekzembildung) werden in einer einzigartigen Anstrengung eingesetzt, um die schädlichen sauren Stoffe auszuscheiden: Darm, Harnwege, Scheide (Ausfluss), Nase (Schnupfen), Bronchien (Husten-Schleim), Augen (Tränen) und Lymphdrüsen. Diese Bemühungen sollte man mit warmen Bädern, Sauna, Bürsten der Haut und Wickeln jeder Art unterstützen !

Direkte Erkrankungen der Ausscheidungsorgane, akut oder chronisch, werden vom Körper nur in Notfällen eingesetzt. Diese Organe würden bei zu häufiger Beanspruchung zu früh erschöpfen und versagen. Deshalb hat der Körper im Bindegewebe (ein System, das 3 x so groß wie die Leber ist !)  eine Depotmöglichkeit für die Säuren geschaffen. Das Bindegewebe umgibt alle Zellen und Organe und eignet sich als Auffangplatz für Säuren - es ist bei vielen Menschen zu einer „Mülldeponie“ verkommen!

In der zweiten kompensatorischen Phase können wir auch noch regulierend eingreifen, und zwar mit dem medizinischen Puffer: Gelumtropfen (Fa. Dreluso). Es verhilft zur Normalisierung des Säure-Basen-Haushaltes. Hier wird der Säureüberschuss abgefangen, ohne dass überschießende Reaktionen ins Alkalische entstehen, wie sie bei unsachgemäßer Einnahme der üblichen Basen möglich sind. Das Zitrat wird im Körper zu Bicarbonat verstoffwechselt und ist für viele Patienten besser verträglich als das reine Bicarbonatpulver.

Wenn sich trotz vernünftiger Ernährungs- und Lebensweise und der Einnahme von Medikamenten, die den Säure-Basen-Haushalt regeln sollten, immer noch nichts an dem übersäuerten Zustand ändert, müssen wir an Molybdän-Mangel und Zink-Mangel denken, z.B. bei den Amalgamträgern. Denn Quecksilber (Hg) ist ein Gegenspieler zu Zink (Zn) und bringt dies zur Ausscheidung. Ohne Zink aber kann das Enzym Carboanhydrase in der Niere nicht aktiviert werden. Dieses Enzym spaltet die Säuren in Bicarbonat, das rückresorbiert wird, und in Wasserstoff-Ionen, die ausgeschieden werden.

Wir müssen verhindern, dass der Patient in die dritte Phase der Übersäuerung kommt. Denn dieses dritte und letzte Stadium ist die „dekompensierte Acidose“, bei der alle Alkalireserven einschließlich der Reserven im Blut (Pufferfunktion) unter die Norm gesunken sind. Der Blut-pH-Wert sinkt jetzt unter 7,0. In diesem Fall können Blut und Gewebe die Säureflut nicht mehr bewältigen, es setzt die Vergiftung des Körpers durch die Säuren ein, der Stoffwechsel liegt danieder, womit chronisch-degenerativen Erkrankungen der Weg vorbereitet wird.

Es ist also sehr wichtig, den Säuregrad des Körpers durch die bestehenden Meßmethoden (Blut-, Urintest) zu ermitteln, bevor eine Krankheit voll zum Ausbruch kommt und durch Symptombehandlung die wahre Ursache verschleiert wird.

Die Nahrung sollte zu 70-80% aus Basenbildnern bestehen und auch aus basisch reagierenden Pflanzenfasern, die nicht resorbiert werden, diese sog. Ballaststoffe sind wichtig. Bei Fehlen der Ballaststoffe wird Säure zurück resorbiert und auch der Dickdarminhalt säurelastig, was sich in einer Colitis ulcerosa und falscher Darmmobilität ausdrücken kann.

Gerade ab der zweiten Lebenshälfte ist besonders auf eine gute Lebensweise zu achten, zu der auch immer mal wieder das Entsäuern gehört, damit das Altern nicht unnötig beschleunigt wird, sondern ein guter Allgemeinzustand zur Bewältigung des Alltags möglichst lange erhalten bleibt.

HP Angelika von Frankenberg
82057 Icking, Am Buchet 24